Günstige Golfbälle: neu, gebraucht oder refurbished?

Drei verlorene Pro V1 kosten ungefähr zwölf Euro. Wer regelmäßig Bälle verliert, muss also nicht lange rechnen, bis sich der Blick nach einer günstigeren Alternative lohnt.

Nur meint "günstig" bei Golfbällen ganz unterschiedliche Dinge: einen neuen Distance-Ball, einen gebrauchten Tourball, einen neu lackierten Ball oder ein Netz mit einem bunten Dutzend verschiedener Modelle. Der Preis kann fast derselbe sein, aber du kaufst eben nicht dasselbe.

Der klügste günstige Golfball ist nicht zwangsläufig der mit dem niedrigsten Stückpreis. Es ist der Ball, der zu deinem Spiel passt, jederzeit problemlos nachzukaufen ist und günstig genug bleibt, um ihn dauerhaft zu spielen.

Was gibst du mit einem neuen Budgetball auf?

Ein neuer 2-Piece-Distance-Ball mit Ionomer-Cover kommt beim Driver oft nah an deutlich teurere Modelle heran. Aus dem Preis eines Balls lässt sich seine Länge eben nicht ablesen. Schlägerkopfgeschwindigkeit, Launch, Spin und Treffpunkt sagen darüber weit mehr aus.

GolfballPro BallPro Dose130 km/h155 km/h180 km/h
Callaway WarbirdCallaway Warbird€1,50€17,99165,8 m213,1 m253,4 mZum Shop
Titleist Pro V1Titleist Pro V1€4,42€53,00166,0 m216,2 m255,7 mZum Shop
TaylorMade TP5TaylorMade TP5€5,00€59,99161,3 m214,0 m254,3 mZum Shop
Callaway Chrome SoftCallaway Chrome Soft€3,92€47,00165,9 m214,3 m253,9 mZum Shop
Berechnete Gesamtlänge mit dem Driver (Carry + Roll) bei drei Schwunggeschwindigkeiten, aus unserem Modell. Nur zur Veranschaulichung; die tatsächlichen Längen variieren je nach Spieler.

Der Unterschied wird meist erst deutlich, je näher du ans Grün kommst. Ein Urethan-Tourball (Urethan ist ein weiches, griffiges Cover-Material, das am Schlägerblatt greift und mehr Greenside-Spin gibt) kann bei Pitches und Chips spürbar mehr Grip und Spin liefern. Beim selben, sauber getroffenen kurzen Schlag erzeugt ein Ionomer-Ball (Ionomer ist fester und günstiger, gibt aber weniger Spin) in der Regel weniger Greenside-Spin.

Ob dir das den Aufpreis wert ist, zeigt sich in deinem eigenen kurzen Spiel. Wer bewusst mit Landepunkt, Spin und Ausrollen arbeitet, merkt den Unterschied eher als jemand, der vor allem einen berechenbaren, rollenden Chip sucht.

Ein Budgetball ist also nicht die abgespeckte Version eines Tourballs. Er setzt schlicht andere Schwerpunkte. Für einen Golfer, der mehrere Bälle pro Runde verliert, kann genau das der richtige Tausch sein.

Gebraucht, Lakeball und refurbished sind nicht dasselbe

Ein gebrauchter Premiumball hat seinen Reiz: das bekannte Modell für einen Bruchteil des Neupreises. Schau dann aber genau hin, was der Verkäufer eigentlich anbietet.

  • Recycelt oder Lakeball: gefunden, gereinigt und nach Qualität sortiert. Das ursprüngliche Cover bleibt erhalten.
  • Refurbished oder refinished: abgeschliffen, neu veredelt und teils neu bedruckt. Die Außenseite ist damit nicht mehr vollständig original.
  • Gemischter Beutel: verschiedene Modelle und oft verschiedene Generationen bunt durcheinander.

Ein gut sortierter gebrauchter Ball mit intaktem Cover kann eine vernünftige Anschaffung sein. Wasserkontakt bedeutet nicht automatisch, dass die Leistung dahin ist. Eine Studie mit Pro-V1-Bällen fand nach bis zu zwölf Monaten in einem Golfteich keinen signifikanten Längenverlust und keine größere Streuung im Vergleich zu Kontrollbällen. Dieses Ergebnis gilt aber nicht für jedes Modell und nicht für jeden beschädigten Ball: Schnitte, Schürfstellen und schlechte Sortierung bleiben gute Gründe, ihn liegen zu lassen.

Bei einem refurbished Ball weißt du weniger genau, was unter der neuen Veredelung steckt. Für eine Übungsrunde muss das kein Nachteil sein. Wer aber das ursprüngliche Verhalten eines bestimmten Modells sucht, greift besser zu einem gebrauchten Ball mit originalem Cover.

Ein gemischter Beutel ist die am wenigsten konsistente Lösung. Der eine Ball kommt härter vom Putter, der nächste startet anders, ein dritter rollt beim Chip weiter. Wenn du nie weißt, welches Modell du gerade aus dem Bag ziehst, kannst du seine Reaktion auch nicht kennenlernen.

Ein Bag voller Schnäppchen spielt nicht konsequent

Eine Aktion ist nur dann ein Vorteil, wenn der Ball selbst die richtige Wahl ist. Diesen Monat eine Schachtel Warbird, nächsten Monat Soft Feel und danach gebrauchte Pro V1: das sind drei günstige Käufe, aber eben auch drei verschiedene Ballreaktionen.

Wer drei Bälle pro Runde verliert, zahlt bei 4,25 Euro pro Ball 12,75 Euro. Bei 1,75 Euro sind es 5,25 Euro, ein Unterschied von 7,50 Euro pro Runde. Dieser Betrag hat mit dem Fitting nichts zu tun, macht aber deutlich, warum der Preis eines Balls Teil der Entscheidung ist.

OneGolfBall sucht deshalb nicht einfach die günstigste Schachtel. Zuerst werden Modelle auf Basis deiner Antworten zu Spiel, Vorlieben und Budget ausgewählt. Erst innerhalb dieser Auswahl wird der Preis relevant. Anschließend siehst du auch, was der Ball bei den Partnershops kostet.

Willst du unter zwei Euro pro Ball bleiben? Dann lass erst zwei oder drei passende Modelle übrig. Kauf danach das, das gut verfügbar ist, und spiel es lange genug, um seine Flugbahn und sein Rollverhalten wirklich kennenzulernen.

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